Kulturelle Sehenswürdigkeiten im Familiental

Florianikapelle in Eisentratten


Hoch über der Straße errichteter kleiner Barockbau aus der 2. Hälfte des 17. Jhdts. mit Dachreiter.
Der Altar (1664) zeigt den Hl. Florian und Muttergottes mit Kind (Malerei von Adam Brandstätter 1859). Weiters Figuren des Hl. Sebastian und Hl. Rochus.

Auszug aus "Ein Führer und Ratgeber durch Landschaft und Geschichte von M. Maierbrugger" (1982)

Die kleine Floriani-Kirche mit ihrem spitzbehelmten Dachreiter steht am steilen Westhang des südlichen Ortsausganges von Eisentratten, direkt über der Katschberg-Bundesstraße und fällt ob ihres gepflegten Aussehens jedem Besucher sofort auf.
Diese "capella St. Floriani" wie sie in einem Visitationsbericht vom 12. Juni 1676 genannt wird, ist 1664 von Martin Hueber, Verweser beim Eisenhandel daselbst, erbaut worden. Sie wurde schon damals als schön und sauber bezeichnet, war aber nicht geweiht. In der Folgezeit wurde hier dennoch ab und zu für die Bergleute ein Gottesdienst gefeiert, doch mussten die nötigen Portatile und Missale von Gmünd mitgebracht werden. Nach dem Tode des Verwesers Hueber, der für alle Erfordernisse seiner Kirche sorgte, musste diese Kapelle der Eisenhandel erhalten. Das Opfer blieb immer im Besitze der Knappschaft, die ihre kleine Kirche bestens betreute.

Als Graf Konstantin Lodron um 1830 die Eisenbergwerke in der Innerkrems erwarb, modernisierte er die Werksanlagen in Eisentratten und übernahm auch die Floriani-Kirche in seinen Schutz. Er sorgte für dessen Renovierung, brachte dort auch sein Wappen an, und seine Gemahlin stiftete sogar etliche Messgewänder. Jetzt gab es hier wieder Gottesdienste, und der Florianitag wurde nun in Eisentratten besonders groß gefeiert. Prozessionen aus der ganzen Umgebung kamen am 4. Mai dorthin, und die betriebseigene Werksfeuerwehr in Eisentratten hielt ihren Schutzpatron hoch in Ehren.
Als 1890 das einstmals blühende Eisenwerk in Eisentratten endgültig ausgedient hatte, wurde es auch um die kleine Floriani-Kirche immer stiller. Weil sich nach der Auflösung des Lodronschen Fideikomisses im Jahr 1932 niemand mehr um die Erhaltung der alten Industrieanlagen kümmerte, erwarb 1948 die Gemeinde Eisentratten den Hochofen mit seinen Nebengebäuden und auch die mit dem früheren Betrieb verbundene Floriani-Kirche.

Damals zählte auch der Holzfachmann Hans Buchwallner, ein eifriger und überzeugter Katholik, zu den Gemeindevätern. Ihm bot nun der Bürgermeister bei einer Gemeinderatssitzung die Kirche an:
„Buchwallner, wie wär’s würdes du vielleicht die Kirche kaufen? Die Gemeinde hat dafür keine richtige Verwendung. Um 800,- Schilling kannst du sie haben“.
Buchwallner überlegte nicht lange, zog seine Lederne aus der Rocktasche, zählte die Hunderter auf den Tisch und wurde nun Besitzer der Floriani-Kirche zu Eisentratten.

Hans Buchwallner war bald sehr stolz auf seine Kirche. Weil sie aber vom Zahn der Zeit schon ziemlich arg mitgenommen war, suchte er den Herrn Dechant in Gmünd auf. Dieser stimmte einer Renovierung zu, wenn die Kapelle in den Besitz der Kirche übergehe.
Damit war Buchwallner nicht einverstanden. Er brachte vielmehr mit acht Freunden den Betrag von 60.000,- Schilling auf, die für eine gründliche Renovierung der Floriani-Kirche notwendig waren.
„Alle Engel und Teufel in der Kirche wurden neu vergoldet“, wusste später Herr Buchwallner mit echt kärntnerischer Offenheit öfter zu erzählen.
Vom Privatbesitzer der früheren Gewerkenkirche war auch noch zu erfahren: „Und als die Kirche fertig war, hat uns der Dechant versprochen, dass nunmehr auch hier an jedem Sonntag um 8.30 Uhr ein Gottesdienst stattfinden soll. Dieses Versprechen hat der geistliche Herr gehalten, und immer war die Kirche gesteckt voll. Als aber dann auch Urlauber nach Eisentratten kamen, wurde meine Kirche mit den nur 40 Sitz- und etwa 30 Stehplätzen leider zu klein. Weil eine Vergrößerung am steilen Hang nicht gut möglich ist, und weil ich an meiner Privatkirche nichts herumflicken lasse, will man neben dem Hochofen endlich eine neue Kirche für Eisentratten bauen.“

Öffnungszeiten

Von außen zu besichtigen!


Kontakt

Röm. Kath. Pfarramt Gmünd
9853 Gmünd, Kirchgasse 36
Tel.: 0043 (0)4732 2289
pfarre.gmuend@aon.at
 

 

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