Kulturelle Sehenswürdigkeiten im Familiental

Die Geteilte Kirche Gmünd


Heiligenkreuzkapelle am "Kreuzbichl" - im Jahre 1588 wird urkundlich "ein Kreuz am Bichel" erstmals erwähnt.
Hier am sogenannten "Kreuzbichl" bietet das mittelalterliche Städtchen Gmünd im Kärntner Oberland eine einzigartige Kuriosität: eine zweigeteilte Kirche, durch die eine befahrene Straße führt!

 
Auf der einen Seite der Straße ist der Altarraum und auf der anderen Seite sitzen die Gläubigen in einem zweistöckigen "Langhaus". Die Kirche hat auch ein kleines Türmchen mit einer Glocke, die bei Messen geläutet wird.

Beide Teile sind mit Holzschindeln gedeckt und nach der Straße hin offen, damit die Gläubigen den Pfarrer auch sehen und hören können. Wenn allerdings während des Gottesdienstes ein Auto durch fährt, muss der Pfarrer kurz unterbrechen.

Die Inschrift über dem Altarbau, ein "Chronogramm" (Text mit "versteckter" Jahreszahl), ist mit verschieden großen Buchstaben geschrieben. Die großen Buchstaben sind zugleich römische Zahlen, die die Jahreszahl 1784 ergeben.

Das Altarbild zeigt die schmerzhafte Mutter Maria mit dem abgenommenen Leichnam Christi. Ursprünglich ein Fresko im Stile des Meisters der römischen Schule Orciel dela Volterra, wurde es 1861 vom heimischen Maler und Bildhauer Josef Messner aus Rennweg in Öl übermalt. 1944 war das Bild in so schlechtem Zustand, dass es nicht mehr restauriert werden konnte. Der akademische Maler Veiter aus Klagenfurt malte es 1944 neu. Es trägt daher auch seine Signatur.

Aus dem ursprünglichen "Kreuz am Bichl" (urkundlich genannt 1588) an der seit dem Mittelalter stark frequentierten Handelsstraße aus dem süddeutschen Raum über Salzburg nach Venedig, entstand im Laufe der Zeit eine kleine Kapelle, die 1784 ihr heutiges Aussehen erhielt. Vermutlich 1824 wurde der Raum für die Gläubigen erreichtet und eingeweiht.

Warum die Kirche erbaut wurde, ist leider nicht überliefert. Angenommen wird, dass Delinquenten am Weg zum "Galgenbichl", der Richtstätte Gmünd's, hier innehielten, um mit einem letzten Gebet Gott um Vergebung ihrer Sünden zu bitten. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Kaufleute, die mit ihrer Ware heil über die Berge kamen, ihren Dank an dieser Stätte in Form von Gebeten aussprachen. Die Einfachste Erklärung wäre jedoch, dass für die Gläubigen, die an Prozessionen teilnahmen und zu müde waren, um während des Gottesdienstes zu stehen, das Gebäude auf der anderen Straßenseite in den Hang hinein gebaut wurde. So waren sie auch vor Wind und Wetter geschützt. Jedenfalls sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

...und heute...

Finden noch Prozessionen zur Geteilten Kirche statt. Auf Wunsch werden hier auch Taufen und Hochzeiten durchgeführt.

 

Öffnungszeiten

Die Geteilte Kirche ist frei zugänglich.


Kontakt

Röm. Kath. Pfarramt Gmünd
9853 Gmünd, Kirchgasse 36
Tel.: 0043 (0)4732 2289
pfarre.gmuend@aon.at
 

 

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