
Pfarrkirche St. Erasmus in Nöring in Eisentratten
Spätgotischer Bau des 15. - 16. Jhdts. in schöner Lage über dem Tal, über dem Westportal Wappen des Erzbischofs Leonhard von Keutschach, Südportal bezeichnet 1517, beide spitzbogig.
Beim Erdbeben 1690 stürzte das gotische Gewölbe ein, 1693 wurde eine flache Holzdecke eingezogen. Bis Ende des 17. Jhdts. fangen Wallfahrten zur Nöringer Kirche statt.
Auszug aus "Ein Führer und Ratgeber durch Landschaft und Geschichte von M. Maierbrugger" (1982)
Am 24. August 1398 wird in einem Stiftsbrief in der Nöring auch schon eine Kirche genannt, die als einzige Kirche Kärntens dem heiligen Erasmus geweiht ist. Und wegen dieses Heiligen wurde die Nöring im ausgehenden Mittelalter trotz ihrer Abgeschiedenheit im Lande Kärnten sehr bekannt.
St. Erasmus ist einer der vierzehn Nothelfer, ein großer Märtyrer und der Patron gegen Kolik, Geburtsschmerzen und andere Leibsgebrechen. Diese besondere Rolle fällt dem einstigen Patriarchen und Bischof von Antiochia wegen seines außergewöhnlichen Martyriums zu.
An der Südaußenwand der stattlichen Kirche, die sich auf einem kleinen Wiesenplateau über dem Tale befindet, stellte ein Fresko etliche Szenen aus diesem Martyrium dar. Gegenwärtig sind kaum noch Spuren dieses eindrucksvollen Wandgemäldes erkennbar. – St. Erasmus gilt in unserer Zeit als Patron der Schifffahrt.
Der südliche Kirchenausgang trägt die Jahreszahl 1517, und über dem Hauptportal erkennt man das Keutschacher Wappen mit der Rübe. Diese beiden Darstellungen sind Beweise dafür, dass an dieser entlegenen Kirche auch der Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach gebaut hat.
Als am Barbaratag des Jahres 1690 ganz Kärnten von einem heftigen Erdbeben erschüttert wurde, fiel in der Nöringer Kirche er erste Bogen samt dem Eingang zusammen.
1710 wurde der schadhafte Nöringer Hochaltar restauriert.

